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Die Illustration postmoderner Einsamkeit

Die vielen Facetten der Einsamkeit in unserem tristen Alltag.

Luis  Carreño

Luis Carreño

Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin

Frauen und Einsamkeit sind in Idalia Candelas Illustrationen die Hauptthemen. Ihre Zeichnungen entstehen durch eine Mischung aus Tinte, Wasserfarben und Collagen, die mit digitalen Illustrationen verbunden werden. Wir blicken auf die Einsamkeit als einzigen Besucher dieser verführerischen und stillen Arbeiten über Frauen, die sich zuhause ausruhen. Es sind nicht nur die Frauen, die einsam sind; die Einsamkeit manifestiert sich selbst in den Räumen—und doch stellt die Künstlerin inmitten all dieser Einsamkeit gleichzeitig auch einen Hauch von sanfter Zufriedenheit dar. Candelas, die in Mexico City lebt, hat an der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko (UNAM) Grafikdesign studiert. Wir haben mit ihr über ihre Einflüsse und über den künstlerischen Prozess hinter den Bildern gesprochen.

The Creators Project: Wie hat alles angefangen?

Idalia Candelas: Ich male schon seit meiner Kindheit. Meine jetzigen Werke sind unter dem Einfluss der Zeit entstanden, die ich in Mexico City verbracht habe und geprägt von den Menschen, die ich dort kennen gelernt habe. Das Thema Einsamkeit taucht in meinen Zeichnungen immer wieder auf. Ich erzähle Geschichten über einsame Personen in Alltagssituationen und im städtischen Umfeld. Ich möchte den Betrachter zum Nachdenken bringen. Ich versuche immer, alle möglichen Perspektiven dieses Themas mit einzubeziehen. Selbst wenn wir versuchen, die Einsamkeit—aus Angst davor—zu meiden, wird sie doch mehr und mehr zu einem festen Bestandteil unserer Gesellschaft. Schuld daran ist die Postmoderne.


 

Und warum werden nur Frauen dargestellt?

Weil ich eine Frau bin und es das ist, was ich gerne darstelle.

Was inspiriert deine Illustrationen? 

Filme und auch Fotografien inspirieren mich bei der Zusammenstellung meiner Arbeiten immer sehr. In Silvana Avila, Edgar Clement und Arturo Louga habe ich großartige Lehrmeister und in Paula Bonet und Jose Quintero tolle Illustratoren gefunden. Ich denke, dass die Einsamkeit in meinen Werken eine feste Position einnehmen wird, aber wer weiß, es gibt noch so vieles, das ich zeichnen werde. 

Hast du bereits ein neues Projekt, an dem du arbeitest?

Vor einigen Monaten habe ich mein erstes Buch mit dem Titel A Solas („allein”) veröffentlicht und ich arbeite an Illustrationen für ein Buch, das Teil einer Trilogie ist. Edgar Clement ist der Herausgeber und hat ein Vorwort verfasst, das meine Arbeit perfekt beschreibt.

>> Erfahrt hier mehr über den Künstler

Dieser Artikel erschien zuerst auf The Creators Project Mexico.