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Connecting Cities: Urban Reflections – Kollektive Kreativität im öffentlichen Raum

Dieses internationale Künstlernetzwerk verschreibt sich in seinen Projekten der Frage, wie interaktive Technologien den Meinungsaustausch im öffentlichen Raum und die kreative Mitgestaltung des Stadtbildes durch Bürger ermöglichen.

Wenn zwischen dem 11. und 14. September in Berlin das Kulturfestival Wedding-Moabit 2014 über die Bühne geht, stehen die Nutzung des öffentlichen Raums durch Bürger und ihre Teilhabe an der städtischen Entwicklung im Vordergrund. Wie kann man öffentliche Projektionsflächen auf partizipatorische Weise nutzen? Wie lassen sich lokale Communitys in der europäischen Gemeinschaft über Medienfassaden verbinden?

Diese Fragen stellt und beantwortet das internationale Künstlernetzwerk Connecting Cities, vom Kulturprogramm der Europäischen Union als bestes europäisches Künstlerprojekt ausgezeichnet und gefördert. In seinem Themenjahr Participatory City 2014 ruft das Netzwerk Stadtbewohner in Berlin, Riga, Helsinki, Istanbul, Linz, Melbourne, Madrid, Dessau und weiteren Städten zur kollektiven Kreativität auf. Meinungsaustausch im öffentlichen Raum und kreative Mitgestaltung des Stadtbildes mit Hilfe interaktiver Technologien sollen die Bewohner von passiven Konsumenten zu aktiven Protagonisten machen.

Das Urban Alphabets vor dem Medialab-Prado in Madrid Neben Workshops und Symposien werden unter dem Motto Connecting Cities: Urban Reflections insgesamt fünf Projekte von Künstlern des Netwerks durchgeführt, darunter auch das Urban Alphabets von Suse Miessner. Die deutsche Künstlerin operiert an der Schnittstelle von Architektur, Design und sozialen Medien und ist vor allem von der typografischen Identität der Städte fasziniert.

Miessners Überzeugung: „Neue Medien verändern die Art und Weise, in der wir agieren und mit Menschen im öffentlichen Raum interagieren. Sie können unsere Beziehungen zu Raum fruchtbarer, spielerischer und spaßiger machen.“

Die Künstlerin fordert die Bürger auf, über eine speziell entwickelte Smartphone-App Zeichen und Aussagen von Schildern, Reklamen und anderen städtischen Oberflächen in ihrem unmittelbaren Lebensraum zu fotografieren und in eine Online-Datenbank hochzuladen. Hier werden sie zu Buchstaben verwandelt und archiviert. Die digitale Bestandsaufnahme der physischen Umgebung kreiert ein Abbild der visuellen Identität der Stadt und das sich erweiternde Alphabet dokumentiert den visuellen Wandel der Stadt. Mit dem so entstandenen Alphabet lassen sich anschließend Nachrichten aus Berlin in die Stadt Riga schicken, deren Bewohner wiederum mit Nachrichten antworten, die sich aus dem für ihre Stadt typischen Alphabet zusammensetzen. Erfahrt hier mehr über Miessners Projekt.