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Bhai Log. Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung von Mohammed Fayaz

Mohammed Fayaz illustriert alltägliche Momente im Leben nicht-weißer LGBTQ

Antwaun Sargent

Antwaun Sargent

Das Leben nicht-weißer queerer Menschen findet in Mainstream-Medien so gut wie nicht statt.

Bhai Log. Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung von Mohammed Fayaz

Mohammed Fayaz zeigt auf seinem Bild Bhai Log zwei muslimische Männer, die sich eng umschlungen küssen. Mit dieser Szene möchte er die Normalität im Leben nicht-weißer Homosexueller zeigen. Eine Normalität, die in der Mainstream-Kunst selten bis gar nicht dargestellt wird.

„Ich trage eine Verantwortung für die Bilder, die ich in die Welt schicke", erklärt Fayaz gegenüber The Creators Project. „Übernehme ich bereits bestehende Konzepte von Schönheit und Körpern oder schaffe ich es, meine eigene Wahrnehmung der Realität abzubilden? In den US-amerikanischen Medien wird das 'Weißsein' oft als Standard dargestellt. Abweichungen davon werden selten so detailliert behandelt, wie ich mir das als Zuschauer wünschen würde."

Muslimamis

Die Charaktere, die Fayaz erschafft, sieht man beim Surfen im Bett, beim Grasrauchen im Park oder einfach beim Abhängen auf der Treppe. Seine realistischen Darstellungen nicht-weißer LGBTQ (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und Queer), mit Titeln wie „Productivity“ und „Escalating“, ergründen, was es heißt, wenn man in ganz alltäglichen Situationen besonders sichtbar ist. Zeichnungen wie „Muslimamis“ stellen auch die verbreiteten Schönheitsideale von Homosexuellen in Frage.

„Stereotypen werden ständig in unser Bewusstsein einmassiert und dort verewigt“, sagt Fayaz, der im New Yorker Stadtteil Queens aufwuchs. „Das ist nicht die Welt, die ich oder andere nicht-weiße Schwule weltweit kennen. Wir leben miteinander, lieben uns und tun uns weh, hängen im Sommer mit einem Joint in der Hand und geflochtenen Zöpfen auf der Straße ab. Ich möchte das einfangen, was bei uns abgeht, damit wir diese Reflexion betrachten und die Schönheit, die uns erfüllt, erfassen können.“

Escalating

Fayaz’ digitale Kunstwerke finden weltweit Beachtung. Tumblr präsentierte vor Kurzem das Bild „Rukhsana with Cap“ auf der Startseite. Die Zeichnung eines Mädchens mit goldenem Sari und umgedrehter Baseballkappe erhielt Tausende von Notes. Fayaz’ hält es für wichtig, seine Bilder an Orten sichtbar zu machen, an denen nicht-weiße LGBTQ-Communitys zusammenkommen, damit seine Zeichnungen dort eine Art visuellen Sprachschatz erschaffen. 

Über sein Tumblr Mojuicy steht er mit nicht-weißen LGBTQ weltweit in Verbindung. „Die Zeichnungen, die ich in letzter Zeit veröffentlicht habe, sind fast alle in Photoshop entstanden“, erklärt Fayaz, dessen Arbeiten vor Kurzem im Institut für zeitgenössische Kunst in Boston ausgestellt wurden.

„Ich führe eine fortlaufende Liste mit Orten, die ich besucht habe, Männern, die ich geliebt habe und Momenten, die ich genossen habe. All diese Dinge schweben ständig in meinem Kopf herum, und ich greife auf sie zurück, wenn ich an einem neuen Werk arbeite.“

Productivity

Rukhsana with Cap

Histamines

>> Mehr Arbeiten von Mohammed Fayaz findet ihr auf seinem Tumblr